Montag, 29. Oktober 2007

The Empire Strikes Back

Der Samstag verlief eher ruhig und wurde in unserem Haus lediglich durch eine Wette aufgepeppt die darin bestand die Nummer 1 der 100 besten Lovesongs aller Zeiten zu tippen. Nachdem mein Topkandidat "I will always love you" nur einen skandalösen vierten Platz belegte und keiner die Nummer 1 ("Unchained Melody") auf seinem Zettel hatte war es am Ende Neil der sich mit seiner Landsfrau und Edelheulboje Sinead O'Connor das Pfund sichern konnte. Die Show erstreckte sich über ganze 8 Stunden und wurde von uns mit Unterbechungen und Kurztripps in die Stadt doch recht aufmerksam verfolgt. Gegen Ende hin hielten wir es dann für clever nebenbei eine Kiste Bier zu vernichten und nach nahezu jedem Song der Top Ten folgte die Aufforderung "Beer me!"...Nachdem endlich der Abspann über den Schirm flimmerte lies ich mich von Hauskasper Ian dazu überreden uns ins Boro nachtleben zu schlagen, unter der von ihm vorgeschlagenen Prämisse der Abend gehe auf seine Kosten. Deal!
Die location unserer Wahl war das "Empire" (ich war also am Samstag auch auf Empire in gewisser Weise :)). Ein riesiger Zappelpalast in den eindrucksvollen Hallen eines alten Theaters, sprich mit -historisches Unwisse- barockähnlichen Verzierungen an den Wänden und dergleichen. Bei unserem Auftritt war die Location allerdings wie leergefegt und wir befürchteten den Flop des Jahrhunderts. Doch binnen kurzer Zeit füllte sich die Hütte und das Partyvolk ergoss sich über die drei Stockerke der labirynthartigen Diskothek. Uns zog es auf den Dancefloor, wo Ian vor allem durch seine sehr exzentrischen Tanzbewegungen auf uns aufmerksam machte. Die musik traf zwar zunächst nicht meinen Geschmack, machte dies aber durch enorme Lautstärke wett. Der Bass wummert im Empire dermaßen heftig dass der hanze Brustkorb vibriert und vor allem im obertsen Stock ist die Lautstärke auf einem so hohen Pegel, dass es schon gesundheitsgefährdent anmutet. Abgesehen davon musste ich eine erstaunlich Feststellung machen: Die Britinnen konnten an diesem Abend mein Bild von ihnen komplett überarbeiten. Während ich sonst eher weniger angetan war von den Insulanerinnen und mich nach den "deutschen Madli" sehnte, zeigte sich die einheimische Weiblichkeit von ihrer Schokoladenseite: Fast schien es als hätte man eine ganze Busladung Premiumischen angekarrt, die jetzt munter das Empire bevölkerten. Jedoch war ich mit einem grossen Handicap belastet: Kommunikationsstörung! Ich meine, man tut sich ja schwer jemand angetrunkenes in einer extrem lauten Disse in seiner eigenen Sprache zu verstehen (vor allem wenn man durch Rockmusik gehörgeschödigt ist wie ich)...aber dann auch noch den fiesen nordenglischen Dialekt zu entwirren scheint fast unmöglich...so musste ich mich damit abfinden die Gespräche durch mein Unvermögen richtige Antworten zu geben eher kurz zu halten. Aber da gewöhn ich mich schon auch noch dran... Nachdem sich auch die Mucke zum guten wendete und ein mir extrem dienliches Potpourri aus Bands wie FallOut Boy, Limp Bizkit, Faithless etc. dargeboten wurde hatte ich extrem gut Fez auf der Tanzfläche. Nur die Abwesenheit meines Kollegen Ian gab mir zu denken...und nachdem meine Zappelwut dann abgeklungen war gab sie mir um so mehr zu denken wollte er doch für den Ritt Heim per Taxi sorgen. Es enstand eine endlos lange panische Suche an derem Ende die Erkenntnis stand, dass Ian der Trottel anscheinend ohne mich das Feld geräumt hatte...Also trottete ich nach draussen um auch Richtung Heim zu cruisen ohne zu wissen, dass der fiese Teil des Abends noch bevor stand.
Nachdem mich der erste Taxifahrer in Reihe aus unerfindlichen Gründen seines Fahrzeugs verwiesen hatte versuchte ich es beim nächsten. Von Anfang an kein Sympathieträger fuhr er mich an warum ich nicht vorne eingestiegen sei, worauf ich ihm die Lage schilderte. Er entgegnete dass der kollege up front mich weggeschickt hatte um die dicken Fische an Land zu ziehen und nicht jemand wie mich heim zu kutschieren, der nur magere 3 Pfund brachte. Er bezichtigte mich zunächst der Zechprellerei und wollte schonmal vorab Cash sehen. Von mir aus egal, gab ich ihm halt einen Zehner vorab worauf er mir schonmal fünf Pfund Rückgeld gab. Die komplette Fahrt über beschwerte sich der gute Mann nun lauthals bei mir, dass ihm jetzt die ganzen guten Kunden entgehen und dass er übers Ohr gehauen wurde etc. p.p. worauf ich natürlich nur entgegnen konnte, dass es doch nicht meine Schuld sei. Zu meinem Unmut schaltet er nach halber Fahrt sein Taxameter ab...mir war jedoch der üblich Fahrtpreis durchaus bewusst. Nach der mich also widerwillig ans Ziel gefahren hatte sagte ich "Meister, ich hab hier nur fünf Pfund auf der Kralle"...worauf er mir wieder wild fluchend noch ein Pfund in die Hand drückte "Now you got six!!!" ...ich wiederum musste auf meinem Recht beharren und sagte "come on mate, this is a 3 pound ride... I know this!". Und schon waren die eh schon belasteten Sicherungen des Herren am durchbrennen und nachdem er mir mein rechtmäßiges Pfund entgegenschleuderte verwies er mich unter wüsten Beschimpfungen seines Taxis ("Get out of my fucking taxi you bastard! Walk home next time! You just cost me 30 quid man!!!")... ich natürlich ganz Gentleman bestand weiter auf meine Unschuld, sah mich aber auf Unverständnis treffen und beendete wie der nette herr auch die Konversationen mit einem galanten "F*** you!"... so trennte sich also unserer traute Zweisamkeit und ich war immerhin nicht abgezockt zuhasue angekommen...Und da sag nochmal einer die Engländer wären so freundlich :)

Sonntag, 28. Oktober 2007

Happy Birthday Friction!

Diesmal hiess es ausnahmsweise mal nicht verkleiden, es stand nämlich ein Spielergeburtstag an was traditionellerweise heisst denjenigen massiv abzufüllen. "Friction" heisst der junge Mann und ist einer der aufgedrehtesten und verrücktesten Leute im Team. Leider musste der Junge erst seine Medizin nehmen und konnte nicht sofort in das Saubusinnes einsteigen, was bedeutet dass der Rest im eingebürgerten Madden Drinking Game sich dieser Aufgabe ehrenvoll annahm. Nachdem dann die Frist verstrichen war galt es keine Zeit zu verlieren und mithilfe von Bierbong und "Dirty Pint" Friction zu vernichten. Das zugegebenermassen recht ungewöhnliche Dirty Pint (mit Bier, Schnaps und Baileys...welcher es in eine unapptetiliche, eher an Erbrochenes erinnernde Brühe verwandelte) war dann schon fast zu viel für den überraschend zart-besaiteten Friction und wurde unvollendet zurückgewiesen, während der Mann schon mit extremem Brechreiz zu kämpfen hatte. Nach einem locationwechsel, galt es für Friction sein von uns gewähltes outfit anzulegen, aber auch hier zierte sich unser Kandidat und trug sein rose Tütü mit String ledlglich über der Kleidung. Wenigstens war der Bursche mittlerweile gut Stramm und so zogen wir wild gröhlend gen Barracuda um uns in Drinking Games zu verlieren. Für Stimmung war also gesorgt, Zeit im Arbuba die überschüssige Energie auf dem Dancefloor abzulassen. Nach einigen schwitzigen HipHop Nummern zerstreute sich dann plötzliich die Gemeinschaft und das Wort machte die Runde, dass das Onyx die nächste Location sei, wobei es geheisse hat dass wir definitiv NICHT ins Onyx gehen...da ich unwillig war für eine Stunde mutwillig vier Pfund rauszuballern zog ich es vor richtung Crown zu pilgern um meine deutschen Kollegen abzufangen. Mit einer List umging ich den Eintritt (konnte mich unter die vom Rauchen zurückkehrer mischen indem ich ein Kärtchen vom Boden aufpflückte) und fand unser Grüppchen am üblichen Tisch. Zu meiner Überraschung war es Steffi, die eher durch Ruhe und Souveränität glänzt die voll wie eine Strandhaubitze war und sich kaum auf dem Stugl halten konnte. Während ich sie schon innerlich als Partysau und persönliche Heldin feierte und das ganze mit einem breiten Grinsen beäugte war sie von ihrer misslichen Lage scheinbar weniger angetan und musste dann mithilfe von Marlen aus dem Krisengebiet entfernt werden. Ich persönlich bin jedoch der Meinung wir sollten Steffis Beispiel alle folgen...an dieser Stelle: Applaus und gut gemacht Steffi (du alte Schnapsdrossel :))! Die Verbliebenen hatten noch gut Spass mit vorzüglicher 80s Mucke die den Abend angesagt war, wer mich kennt weiss ja vielleicht dass 80s genau meine Baustelle sind und ich gerne mal heiter mitsinge und tanze. Nach erfüllter Partymission war es wieder an mir die auch recht angeschwippste Jasmin zu geleiten. Doch statt netter Dankesworte setzte es ein ziemliches Donnerwetter ihrerseits was für die Stimmung des restabends nicht unbedingt förderlich war. Dennoch unterm Strich eine weitere gute Nacht in goode olde middlesbrough!

Freitag, 26. Oktober 2007

The fuck-up gallery

Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude! Deshalb will ich euch ein paar meiner gröbsten Schnitzer hier ein bisschen vorstellen und hoffe damit ein bisschen allgemeine Erheiterung auszulösen, indem ihr euch an meinem Unglück ergötzen könnt. Am Rande sei bemerkt dass die Chancen in einem anderen Land in Fettnäpfchen zu treten um ein ungleiches grösser sind!

The clock is ticking: Mehr ein generells Problem und auch eher eine rhetorische Frage als eine Anekdote: Warum komme ich in England dauernd zu spät oder auf den letzten Drücker? Ich meine, wer mich kennt sollte sich bewusst sein dass ich normal Mr. Zuverlässig bin und die pünktlichste Person der Welt...wie kommt es also, dass ich hier immer wieder auf die Uhr schaue und panische feststellen muss dass ich schon wieder zu spät dran bin und in Hetze gerade? Vielleicht liegts am Jetlag :)

"watch out, the house is on fire...and the ipod's caught in the dryer!": Also mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit kann ich diese Story nicht belegen und sie bleibt wohl auch auf ewig ein Geheimnis, aber folgende mysteriöse Fakten sind bekannt: Ich habe zum ersten mal meine Pullis gewaschen...Ich pflege meinen MP3 Player auch in meinen Pullitaschen zu haben...ich habe diese vorher niocht kontrolliert...mein MP3 Player war über längeren Zeitraum wie vom Erdboden verschluckt (ein schlimmer verdacht kam in mir hoch)...als mein MP3 Player wie durch ein Wunder zeitgleich mit der gewaschenen Wäsche wieder auf dem Boden erschien war er funktionsuntüchtig und liegt seitdem unbenutzt in der Ecke... es mag zwar Spekulation sein aber wenn man eins und eins zusammen zählt liegt die Vermutung nahe dass es sich hierbei um einen Fall von Elektroartikelmitwäsche handelt! Ein 35 Euro Fuck-up...

Wie gewonnen, so zerronnen: addiere dazu weiter 25 Euro. Voller Stolz habe ich einen University of Teesside Pulli im hauseigenen Schop erworben um damit Stolz mein Bekenntnis zum hiesigen Lerninstitut kund zu geben. Die Freude währte leider nur wenige Tage! In meiner endlosen Kompetenz gelang es mir (zum wiederholten Male) Kleidungsstücke, nämlich besagten Pulli den ich bereits sehr liebgewonnen hatte aufgrund seiner hohen Tragbarkeit und kuscheligen Natur. Das Problem diesmal: Nach erschreckender Feststellung des Verlustes war der Zugang zum Spielfeld versperrt und ich konnte erst am Folgenden Tag Infos über den Verbleib meines Pullis einholen...zu spät wie sich herausstellte...niemand hatte den Pulli gefunden und gesehen, und die nette alte Dame vom Fundbüro liess mich mit mitleidigem Blick wissen dass meine Chancen auf einen Erhalt meines verlorenen Gutes gegen Null tendierten...verbittert bin ich also nach Hause getrottet um wieder für einen neuen Pulli zu sparen!

Where is the end,my only friend?: Introduction to Broadcasting Skills klingt zwar hochtrabend ist aber eigentlich voll easy...ein bisschen lesen und suchen hier ein bisschen lesen da...good stuff, kann ich alles! Dachte ich! Doch meine Lesekenntnisse wurden auf eine harte Probe gestellt...nachdem ich in der Vorleserunde zuvor nochmal mein Selbstbewusstsein vor einer Gruppe native speakers gestärkt hatte und perfekt durch den selbtgeschriebenen Text gerast bin hiess es später zeitungsartikel zusammenfassen und vorlesen. Da meine kollegen eher weniger mitteilungsbedürftig und ich dieser tage etwas schreibfaul war, sah die rollenverteilung mich als märchenonkel vor. Schon als mir mein partner kurz vor deadline das papier überreichte kam mir das geschriebene ein bisschen lang vor wenn man bedenkt, dass 150 wörter maximum waren...mein gefühl sollte mich nicht täuschen! Zu allem übel war ich auch noch als erster an der reihe, ergo war ein vergleich mit anderen ausgeschlossen. So begann ich also munter den text runterzurattern, nur um nach wenigen zeilen festzustellen...fuck...das dauert EWIG!!! Während ich in kaltem Schweiss ausbrach und mich durch Satz um Satz kämpfte gab es schon erstes Getuschel und Blicke die sagen wollten "Hört dieser Typ heute noch auf?!".chwitzend wie Pavarroti liess ich dann jeden wissen dass ich Ausländer bin indem ich begann über einfachste Wörte zu stolpern und mir vom Dozenten wieder auf die verbalen Beine helfen lassen musste...nach der Beendigung dieser Lesetortur gab es ein giftiges "Didnt you do word count?" in Richtung meines Kollegen, der sich keiner Schuld bewusst zu sein schien. Ich hätte mir diese Erfahrung zwar wirklich sparen können aber immerhin hat sie mir gezeigt... always ask for a word count!

No Highheels Mister!: Das richtige Schuhwerk für Football finden...gar nicht so einfach! Da gibt es drei Varianten hier: Was wir als Noppen kennen, richtige Stollen und eine Mixvariante die man hier "Blades" nennt (keine Ahnung wie des auf deutsch heisst!)...Tja welche nehm ich nun? Die Meinung meiner Teamkollegen und die des Fachhändlers waren alles andere als einhellig... so dass ich mich schliesslich für die Noppen-Variante entschied die zum Glück nur 12 Pfunde gekostet hat...Leider musste ich feststellen dass diese nur bedingt tauglich sind, den bei Regen verwandelt sich dieses Schuhwerk in eine tückische Rutschpartie und lässt mich bei schnellen Stopps über den Platz segeln...also eher bedingt geeignet! Zurück in den Laden und die Brutalovariante geholt: Stollen! Wieder nur 12 Pfund... erstes Training...optimal! Nicht gerade schonend für den Kunstrasen aber sehr effektiv. Nur leider wurde ich nach dem Training von meinen Kollegen dezent darauf aufmerksam gemacht dass "one cannot wear those things on the pitch dude!" ...ich kann was nicht?! Scheisse...DAS meinte der Schuhverkäufer also. Einmal mehr hat mich Nicken und Lächeln also in einen Hinterhalt gelockt und mir 12 "Quids" abgeluchst...dabei waren die Schuhe so schön! Tor 3 mit den Blades wäre also das richtige gewesen, nun hab ich zwei Zonks in der Hand, bin 24 Pfund ärmer und hab immer noch keine perfekten Schuhe...solange das wetter hält werd ich mich also auf mein Anfangspaar verlassen müssen! Ich hoffe wenigstens dass ich die Schuhe mal zum Heberles tragen kann!

PS: "..." ist eine verdammt nützliche art Sätze enden zu lassen!

Tja es werden sicher noch weitere Fuck Ups hinzukommen befürchte ich! Über die Stories "Verdammt warum sind bei meinem Fish and Chips keine Pommes bei?!", "Mist, ich bin zu verkatert um mich einzuschreiben!" und "Oh nein, der Typ will mein (falsches) Ticket sehen!" wurdet ihr ja schon eingehend informiert...womit sich die Fuck-up Gallery für heute schliessen soll, und all die kleinen "Sorry I didn't quite get that...", "What please?" und "Oh sorry I didn't know" die den Alltag begleiten aussen vor lässt, da ihr euch die sicher denken könnt.

Seid also froh, dass ihr euch in eurem Land so gut auskennt Freunde! :)

Montag, 22. Oktober 2007

A little sing-along

Und jetzt alle!

"I love you Teesside! My only Teesside!
you make me happy, when skies are grey!
you never know, just, how much I love you
So please don't take, my Teesside away!"

Boro VS Chelsea




Mit Kater also hiess es am Samstag: Fussi!!! Auf ins Riverside Stadium um sich die Millionärssäcke von Chelsea zu geben wie sie (wahrscheinlich) Boro auf die Mütze geben. Nach langem Warten und stop und go Spaziergang zum Stadion erreichten wir die heiligen Hallen und bekamen unsere schon bezahlten Tickets vom schelmehaften Olivier ausgehändigt. Der kleine Filou hatte mal wieder ein bisschen getrickst und sein diesmaliges bubenstück war, dass ein Teil der Tickets für unter 16 Jährige war um Geld zu sparen. Eigentlich kein Problem, das die Ticketschalter alle automatisch sind...Dumm nur dass auch Stichproben gemacht werden und sehr dumm wenn das genau bei mir passiert und superdumm wenn ich einer mir unter 16 Ticket bin! Also Auftreitt Marty der Schauspieler und fix einen Plan zurechtgelegt in der Hoffnung der Kontrolleur sieht nicht die Schweissperlen auf meiner Stirn.

"Ticket please!"

"Me...no English..sorry"

"Your ticket son" (mit eindeutigen Gesten untermalt) ....

This is an under 16 Ticket how old are you?"

"Ticket! Ticket!" "No, how old are you?"

"Oh...15 sir"

"You dont look like 15 at all boy, you got something to prove it?"

(hektische verweise meinerseits auf mein ticket)

"some passport?"

"No paper sir...uncle bought ticket!"

"What did he?

"Uncle...uncle bought ticket, where is uncle? My uncle!"

"Uuhmm...aahhh..I guess thats alright go on..."


puuuh! "And the Oscar goes to...!" ...Nachdem diese Hürde also auch genommen war konnte ich nendlich in Reihe drei platz nehmen und dem Aufwärmen zusehen. Da waren sie also, knappe 20 Meter von mir entfernt...Lampard, Drogba und co.. Schade dass John Terry an diesem Tag nicht aufgelaufen ist aber trotzdem interessant zu sehen. Das Middlesbrough ein ziemliches Fanproblem hat (Kein Wunder bei den Ticketpreisen) und Spassmacher wie Trommeln etc. aus dem Stadion verbannt sind was die Atmosphäre nicht so überwältigend wie man es sich vielleicht für englische Verhältnisse vorstellt. Die in ihrer Zahl eigentlich sehr geringen Chelsea Fans jedenfalls machten eigentlich den grössten Alarm...vor allem ab Minute Numero 8 als Drogba zum 1:0 einschob und die eh schon zurückhaltenden Boro Fans, die irgendwie eines richtigen harten Kerns von meiner Warte aus entbehrten, verstummen liess. Halbzeit Eins war eher lau und liess mich mit der Erkenntnis dass Fussball halt überall nur Fussball ist und sich nicht so gravierend von niederen Klassen unterscheidet wenn man als neutraler Beobachter am Geschehen sitzt....meine Meinung :) Was Boro zeigte war jedenfalls zum Teil recht peinlich und "Superstar" Mido, der mit seiner Wampe und dem Schlabbertrikot eher wie ein Immigrant den man besoffen und der Brücke gefunden hat aussah als ein Stürmer konnte bis auf eine gute Kopfballchance nicht überzeugen. Halbzeit zwei brachte dann den Aufschwung für Boro und die Fans, und manches mal dachte ich jetzt gehts gleich ab und das Stdaion verwandelt sich in den heiss ersehnten "Hexenkessel"...allerdings wurden alle Ambitionen und Träume von Alex in Minute schlagmichtot durch einen Dampfhammerfreistoss aus gut 25 Metern zerschmettert...schönes Ding, leider für die "falsche" Mannschaft. Von da an zauberte fast nur noch Chelsea, so dass Boro mit dem 0:2 eigentlich gut bedient war. Die ersten Fans flüchteten bereits ab der 80. Minute aus dem Stadion und verpassten ein letztes zaghaftes Aufbäumen von Boro, dass am Ergebnis aber nichts mehr änderte. Alles in allem eine nette erfahrung, die ich aber zu dem Preis wohl nicht mehr wahrnehmen werde. Boro hat in mir keinen neuen Fan gefunden :) Hooligans waren übrigens im grossen und ganzen keine zu sehen und die Atmosphäre war mehr als ruhig...lediglich auf dem Rückweg waren vereinzelte Figuren mit verdächtigen LaCoste Pullis und Anstecknadeln anzutreffen, machten aber keine Anstalten irgendwie Ärger zu bereiten.


Beim Heimweg kehrten wir dann noch in einem mehr als akzeptablen Restaurant aus und versorgten unsere gebeutelten Mägen mit gergillten Fleischen in verschiedenen Verianten. Steffi schoss den Vogel dabei ab und mockierte (in bester Kerni-Manier :)) dass ihr Essen doch Plastikstücke beinhalte! Nach grossesn Entschuldigungen seitens des Management und dem Erlassen des kompletten Kaufpreises entpuppten sich die Plastikstücke als Zwiebelstreifen, was natürlich ungleich wahrscheinlich war...war ja aber auch wurscht, das Geld hatte sich die Steffi jedenfalls gespart und trotz ihres schlechtem Gewissens muss man doch anerkennend Nicken und sagen: die Steffi, des is schon ein Fuchs! Mir solls egal gewesen sein ich habe eine gute Mahlzeit und einige Reste (Tipp: Mit mehreren frauen essen erhöht die Chancen Essen abzuzocken) verzehrt und konnte seelig den Abend ausklingen lassen, musste ich mich doch nach Freitagsstrapazen erholen.


Das tat ich dann in form von daheim Rugbyfinale gucken. (Gott ist der Sport langweilig...das war mein erstes und letztes ganzes Rugby Spiel!)..Spannung kam lediglich durch meine Wette mit Ian auf der seine 50 Pence aus England setzte und ich auf Südafrika. Nachdem nach einigen spannenden Minuten Videoanalys der englische "Try" (=Touchdown) der die Wende hätte bringen können nicht gegeben wurde war mir und den Südafrikanern der Sieg sicher und ich konnte meine vorher verlorenen 50 p (Ian hat das Chelsea Ergebnis richtig getippt) wieder ausgleichen... Obwohl totmüde zwang mich eine weitere Wette noch ewig lang eine Liste der "50 besten Horrorfilme/Momente" zu geniessen, von lebhaften diskussionen der Hausbewohner begleitet. Und auch hier bewies ich Fingerspitzengefühl und tippte mit "der Exorzist" den richtigen zweiten Platz (Platz 1 war Kyle noch in Erinnerung vom letzten mal), wodurch ich sogar noch um 50 Pence reicher wurde an diesem Abend! Was für eine Nacht :)

Sonntag, 21. Oktober 2007

I was doing WHAT?


Ich setzte hier mal beim nächsten ereignisreichen Tag ein und das ist in diesem Falle Freitag...wobei die Alternativbezeichnungen "GayDay" oder "Day of the Rainbow" auch nicht unbedingt unpassend während! Für meinen persönlichen Geschmack kam das Thema aber ein bisschen zu oft auf den Tisch...Zunächst mal wurde mir am Abend vorher von meinem (schwulen) Housemate Neil eröffnet, dass er des öfteren (wie im Moment auch) ab und an unter Depressionen leidet und sein Grad an Kommunikativität dann gegen Null geht...also schlechte Vorraussetzungen um ihn zum "Held" unserer Doku zu machen wie anfangs geplant! Neilwar alo raus aber binnen weniger Stunden fand unser Mastermind Mark Ersatz! Und was ist die Steigerung? Rischitsch! Transsexuelle :) ...also hiess es Neil raus und Emma rein..."Emma" ist ein Endvierziger und sieht im Prinzip wie ein besoffener Stammkunde in der Dorfspielunke aus, der sich mal eben aus Gaudi oder aufgrund einer verlorenen Wetter die lichten Zotteln blond gefärbt hat und sich in Frauenfummel schmeisst...ein "Damenimitierer" wie ein weiser Mann mal sagte also! Seis drum dieser Charakter der extrem verpeilt drauf ist stellt also unsere neue Hauptfigur und klärt uns über "Gay Hate Crimes" in Boro auf...man darf auf das Resultat gespannt sein!
Weiter gings mit dem recht coolen Studio Production Kurs der hier nur Erwähnung finden soll weil ich im Anschluss an diesen Kurs zwei kryptische SMS mit dem Inhalt "Are you Martin?" und "got your Number from Joel" (ein Kumpel aus meinem Kurs) erhielt...kein Name oder so! Bevora auf meine Nachfrage nach dem Abesender eine Antwort eintrudelte traf ich just eben erwähnten Joel und fragt ihn wem er denn meine Nummer gegeben hätte...mit der Hoffnung und irgendwie auch Überzeugung (arrogante Sau...) es handle sich um eine holde Maid...Fehlanzeige! Es ging um Phil und auf mein Nachfragen ob dieser denn an unserem Projekt oder ähnlichem interessiert sei bekam ich den verbalen Dampfhammer "No Mate he's gay and thought you wer checking him out" ..."Checking him out"??!!? Bitte was?! Meine Verwunderung kannte keine Grenzen, ich meine wenn einem langweilig ist schaut man schon mal in die Runde aber von einem starrähnlichen Prozess in seine Richtung kann wohl kaum die Rede sein! Nachdem ich also sämtliche Befürchtungen von Joels seite ich sei tatsächlich schwul im Wind zerstreut hatte und zudem über das grosse Ego und die seltsame Persönlichkeiten besagten Phils ausfegklärt wurde lag es dann an mir mit diesem Trumpf in der Hand ihn geschickt in seine Fronten zu weisen. Also liess ich ihn erstmal im Glauben ich könne mich gar nicht an ihn erinnern und lockte ihn dann zunächst mal in die Falle preiszugeben was denn seine Absicht seien...Schliesslich nach ein paar "ich stell mich doof" SMS flunkerte ich daher ich hätte eigentlich eine Freundin...worauf er dann klarstellte er sei schwul und wollte nach meinem Interesse fragen...da dieses tendenziell gegen unter Null geht in dieser Hinsicht gab ich ihm strikt und bestimmt einen "Korb" und hoffe ich kann weiterhin in Frieden meinen Kurs besuchen.... Eine Erfahrung auf die ich in Zukunft verzichten kann lag also hinter mir :)

Der abend verlief dann zum Glück zu 100% heterosexuell und wir beschlossen diesmal dem Crown mit seiner Indienight eine weiter Chance zu geben...nach mehr als effizientem Vorglühen gings also die Strasse runter in den weitläufigen Schuppen der zu unserer Verwunderung...komplett leer war bis auf ein paar Pappnasen an den Billardtischen und uns! Auch was in England als "Indie" abgestempelt wird traf nicht so recht meinen Nerv. Nach zwei gestürzten Pints war mein Alkoholpegel allerdings so hoch dass es für mich unakzeptabel war diesen Abend ohne ausreichend Feier verstreichen zu lassen. Also ergriff ich die Initiative und drängte auf die "Pimps and Hoes" Night in der Uni, ein Vorschlag der auf meiner Abendgestaltungsliste schon von Anfang an ganz oben stand aber der Demokratie zum Opfer viel...lediglich die ebenfalls gut angeheiterte Jasmin war bereit ebenfalls 4,50 aus dem Fesnter zu schmeissen um noch ein bisschen Party abzugreifen. Die Party war dann an sich auch sehr cool in meinen Augen und man hat einige bekannte Gesichter getroffen allerdings war ich schon fast wieder zu stramm als dass ich es in vollen Zügen hätte geniessen können. Jasi war ebenfall schon über die angeheitert-Markierung hinaus geschossen, so dass wir uns entschlossen statt heimzuwanken lieber ein Taxi zu nehmen (in dem Jasmin kaum mehr aufrecht sitzen konnte). Die "Hoes" an dem Abend unterschieden sich übrigens gar nicht mal so signifankt von den eh eher freizügig gekleideten "normalen" Partybunnies in England, lediglich die altbekannten Strapse kamen vermehrt zum Einsatz. Seis drum, jedenfalls steht der interne "Hackevollheimbring" Wettbewerb zwischen Jasi und mir 2:2! Jedenfalls kann ich persönlich den Abend als erfolgreich abstempeln, auch wenn ich mit einem mittelstarken Kater wieder mal Tribut zollen musste und aufgrund meines eigentlichen Vorhabens eher mittlviel zu trinken keine Antikater Masnahmen (die mir schon gehäuft herzlichts empfohlen wurden) eingeleitet hatte! Nevermind :)

Freitag, 19. Oktober 2007

Getting tied up: Doctors and nurses


Am Mittwoch war der von vielen heiss ersehnte Tag endlich gekommen: Der erste sogenannte "Social" mit den UT Wildcats. Frei übersetzt: Die hungrigen Footballpumas wurden auf ihre Cheerleader losgelassen um zusammen den Abend zu begiessen und sich ein bisschen kennenzulernen... Wie immer hier gabs ein wunderbares Motto,diesmal Doktoren und Krankenschwestern. Der "Turnout" war aufgrund der angekündigten weiblichen Begleitung diesmal enorm und locker 25 gestandene Männer kamen in Kitteln und "Scrubs" angetanzt. Ich schloss mit einmal mehr dem "Preglow" in Form vom Madden Drinking Game an,wo die meisten meiner Teammates den Abend gebührend ins Rollen brachten. Mein Outift wurde mir zum Glück von meinem Housemate zur Verfügung gestellt der mich umsonst mit seinem Laborkittel versorgte, so dass ich die Kosten mit einem Stethoskop relativ gering halten konnte. Mit den handelsüblichen Gröhlgesängen (Die Gassenhauer hier haben die von mir so gewählten Titel "Teesswhat? Teesside!" "I Love you Teesside" und "We are the T and E and E and S!") gings gen Union wo wir schon leicht angeheitert auf die holde Weiblichkeit prallten... In Schwesternkostümchen die nicht unbedingt durch großzügigen Umgang mit Textil glänzten hiess es zunächst noch etwas schüchterens meet and greet,aber die footballer haben schon von vorneherein eine lösung für dieses problem parat: Männlein und Weiblein einfach zusammenbinden!
So reihten sich also die beiden Parteien auf zwei Seiten auf um dann via losverfahren vereint zu werden. dabei hiess es immer "Rookie and Returner", ergo bekam ich als Rookie ein Cheerleader vom alten Schlag. Natürlich betete jeder sein favorisiertes Cheerleader an seinem Hand oder Fussgelenk wiederzufinden, was in meinem Fall zwar nicht gelang (@Chrizzle, Ham: Leider nicht die mit den Braces bekommen...damn!) meine Partnertin war aber dennoch nicht zu verachten im Vergleich zu manch anderen. Nur dass sie ein bisschen grösser war als ich war natürlich leicht peinlich und als zweite vorsitzende der Cheerleader auch den ganzen Abend mehr als busy, was dazu führte dass ich von dieser Dominatrix in rotem Lack den meisten abend durch die Gegend geschleift wurde. Unser Boss Token hingegen musste mit dem absoluten Krapfen vorlieb nehmen was er zwar mit humor nahm aber im nachhinein nicht unbedingt glücklich über sein geleit war. Nachdem also alle spieler nach ausgedehntem jubel und anfeuerungen ihre Begleitung für die nacht bekommen hatten wurden die mehr als strengen entkettungsregeln verlesen, die im fall von unnötigem auflösen des Armbandes mit Strafen geahndet wurden...wie sich herausstellte wurden diese Regeln nicht annährend so strikt eingehalten wie befürchtet! Noch eine kurze tanz und karaokesession in der union, bei der ich und meine Partnerin Amy unsere "Spiegeltanz"Künste unter beweis stellten und auf dem Parkett abhotteten gings auf den Pubcrawl mit der ersten Station Walkbabout. Nach dem Schema saufen, tanzen und nach 20 Minuten weiter gings auch durchs Barracuda und Reflex und mehr als ein Vodkamischgetränk fand regelmässig den Weg zu mir (ich hatte mich an diesem abend gegen bier entschieden)...die stimmung war danach bereit für die erste Disse dass "Aruba". Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings schon einige Verbindungen komplett aufgelöst und auch mein "Bird", die sich als Geliebte von meinem Teamkollegen Macca rausstellte wollte nicht länger an meine Seite gefesselt sein...auch mein Ersatz Sarah stellte sich nach kurzer Zeit als Schuss in den Ofen heraus, war sie wiederum mit Häuptling Cabs liiert.... was ich allerdings erst erfuhr als ich im Suff mit Edding "Du bist eine geile Sau" (auf ihr anraten hin, sie war des Deutschen in Ansätzen mächtig und wollte gerne "something kinky") auf ihren Oberschenkel geschmiert hatte...also war ich auf mich allein gestellt was aber kein problem war da eh alle Spieler und Cheerleader über den Dancefloor verstreut waren. Mein Bitten den Kittel meines Housemates unberührt zu lassen wurden zu diesem Zeitpunkt dann auch überhört und wie immer wurde überall auf meinen Klamotten reichlich mit Edding signiert (ich brauch bald mehr T-Shirts!)...vom Aruba gings dann finally noch ins sehr coole Onyx...ein Laden eigentlich nach meinem geschmack. Hier wurde dann der restliche abend begossen und befeiert und "Flash" war dann auch der erste aus dem Team der sein Mädel zu einem kleinen Tete-a-Tete bringen konnte. Die zwei Schlägereien in die unser Team angeblich involviert war gingen an mir vorbei, dafür gab ich einige Deutschstunden zu ein paar wissensdurstigen die aus der Schule noch ein paar müde Brocken Teutsch behalten hatten. Als sich dann am späten Abend die gemeinschaft der Doktoren immer weiter auflöste, wars auch für mich zeit ein taxi gen hause zu nehmen...und am nächsten tag in aller früh aufzustehen um unbemerkt einen neuen Laborkittel für meinen Housemate zu holen...also 13 Pfund in Wind geschossen, die ich mir aber von Spassvogel "Friction" der die Graffitisaession auf mir angezettelt hat wiederholen werde :) ...Hangover hatte ich zu meiner Freude keinen diesmal, vielleicht sollte ich bei Vodka bleiben!